Pfingsturlaub im Kosertal

Dieses Pfingsten waren wir eine Woche in Bayern bei Familie Schramm auf dem Ferienhof Kosertal. Unser Ferienhaus war die Doppelhaushälfte „Nadine“ direkt neben dem Grillplatz der Anlage. Der erste Eindruck war, dass die sechs Häuser fast zu dicht aufeinander stehen und dann noch der Grillplatz daneben. Wir hatten ein wenig Angst um unsere Privatsphäre. Die Häuser stehen alle in einer Reihe und sind nach Süden ausgerichtet. Doch die Dichte Bebauung zeigte bereits am ersten Abend ihren Charm. Als wir vom Abendessen auf die Terrasse wollten, war der Hofherr Ferdinand bereits kräftig am grillen und bot uns auch etwas an. Da wir aber gerade gegessen hatten lehnte ich dankend ab. Im Haus neben uns saßen dann fast alle Feriengäste mit Teilen der Familie Schramm und den Helfern von Ferdinand an einem Tisch und aßen. Die Atmosphäre war toll. Zuerst dachten wir, dass das bestimmt Probleme mit Elvis geben würde, doch der lag brav im Gras und kaute auf seinem Rinderohr rum. Sogar vorbeilaufende Feriengäste auf dem Weg zum Grill störten ihn nicht. Das hätten wir nicht gedacht.

Im Anschluss an das Essen wurde nochmals Holz nachgelegt und wir setzten uns alle um den Grill. Ferdinand bot mit sofort eine Flasche Bier an. Ich war total begeistert von der Gastfreundschaft. Denn das sollte nicht die letzte Flasche Bier bleiben. Kurze Zeit später stieß die Hausherrin Silvia auch noch dazu und hatte eine Flasche lecker selber gemachten Eierlikör dabei, denn sie bereitwillig verteilte. Problem war nur, dass das Bier danach nicht mehr schmeckte ;-) Elvis war während des ganzen Abends mal wieder die Hauptattraktion, obwohl er die meiste Zeit brav neben uns lag.

Bereits am nächsten Tag wurde das Wetter deutlich schlechter. Es regnete zwar nur selten, dafür hatte es nur knapp über zehn Grad. Toll war jedoch, das ein paar Häuser weiter eine junge Labrador Hündin namens „Taya“ einzog, mit der sich Elvis super verstand. Da war zumindest ihm das Wetter total egal. Dabei war die riesige Wiese vor den Häusern und die Entfernung zur Hauptstrasse echt ein Vorteil. Ansonsten haben wir viel entspannt und gelesen. Nadine war von ihrem Krimi ganz angetan und ich hatte mir haufenweise Publikationen für meine Masterarbeit aufs iPad geladen. Was übrigens ein geiles Gerät ist, das ich noch schnell am Tag vor unserer Abreise, was zufällig erster Verkaufstag des iPads war, erstanden habe. Abends waren wir noch in der Pizzeria „La Strada“ in Stammbach beim Essen, die uns von Schramms empfohlen wurde. Das Essen war sehr lecker und die Preise im Vergleich zu BW wirklich günstig. Auch das Ambiente der Pizzeria war super und die Bedienung total freundlich. Also falls ihr mal in Stammbach seit, es lohnt sich.

Da das Wetter sich nicht zu bessern schien, sind wir am Montag nach Pottenstein gefahren. Dort gibt es eine „Teufelshöhle“ die wir alleine aufgrund des Namens anschauen mussten. Und es war auch echt ein Highlight. Die Höhle war total eng und verwinkelt. Zum ersten mal hatte Nadine große Vorteile mit ihrer geringen Größe, denn sie musste sich, im Gegensatz zu mir, fast nie bücken. Anschließend waren wir noch auf der angrenzenden Sommerrodelbahn. Sowohl für Nadine als auch für mich war es das erste Mal. Daher war die erste Fahrt auch noch recht zaghaft. Doch bereits bei der zweiten ließen wir richtig die Sau raus und stellten bestimmt einen neuen Rundenrekord auf ;-)

Der Dienstag war dann eher ein Kuscheltag, ich mit Nadine und Elvis mit Taya. Denn das Wetter drohte gar nicht mehr besser zu werden. Abends wollten wir dann noch einen kurzen Spaziergang in den Wald machen. Nachdem ich es hasse, den gleichen Weg wieder zurückzulaufen, haben wir uns in Wald dann erstmal kräftig verirrt. Dank meines iPhones hatten wir aber irgendwann auf einer Lichtung dann mal ein GPS Signal und mussten feststellen, dass wir doch ein ganzes Stück von Ferienhof entfernt waren. Zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen. Aber Hey, wir wollten doch einen Wanderurlaub machen. Leider hatten wir nur die falschen Schuhe an und kamen dann nach knapp zwei Stunden total durchnässt wieder zuhause an.

Das rächte sich dann gleich an Mittwoch. Wir wollten in ein Einkaufszentrum nach Bayreuth fahren, doch unsere einzigen Ausgehschuhe waren nass. Also saß ich ne halbe Stunde mit nem Fön da und versuchte zu retten was zu retten war. Aber letztendlich konnten wir doch gehen. Zum Glück von Nadine. Denn die hat im Zero Store voll zugeschlagen. Für einen Abstecher in Media Markt hat es leider nicht mehr gereicht. Dabei hätte ich mit doch so gerne das Camera Connection Kit für das iPad gekauft um die Bilder von meiner EOD 350D direkt überspielen und anschauen zu können. Dafür kam ich abends in einem Hofbräuhaus beim Essen auf meine Kosten ;-)

Donnerstag war Feiertag und das Wetter lockerte langsam etwas auf. Wir lagen den ganzen Tag faul rum oder spielten mit Elvis. Außerdem haben wir die Tischtennisplatte entdeckt. Bei Taya zog ein neuer Hund ein, der leider zu devot für unseren Rüppel war, daher schien das Spielen mit Taya vorerst vorbei zu sein. Doch wenn wir weiter weg von den Häusern und dem neuen Hund waren, klappte es wieder ganz gut.

Freitag, und eigentlich unser letzter Tag, war das Wetter endlich so wie es sein sollte: viel Sonne und warm. Wir zogen erstmal unsere Badesachen an und gingen an den Privatweiher des Hofs. Dieser ist richtig toll angelegt. Mit einem kleinen Häuschen über dem Wasser, einem Steg mit Floß und einer Insel mit Badeliegen in der Mitte. Elvis und ich haben uns dann gleich mal das Floß geschnappt und sind auf dem Wasser rumgeheizt. Da Elvis keine Wasserratte ist, musste ich mir da schon mal keine Sorgen machen das er abhaut. Beim Zurückgehen entdeckte Nadine das Trampolin, denn Rest könnt ihr euch denken ;-) oder sagen wir so, das Kind in ihr kam zum Vorschein. Abends wurde dann wieder gegrillt und wir verlängerten unseren Aufenthalt für einen Tag da das Wetter auch Morgen so bleiben sollte.

Am nun wirklich letzten Tag nutzten wir das schöne Wetter und sind gleich wieder zum Weiher. Diesmal nahmen wir unsere Sachen mit aufs Floß und sind gleich auf die Insel. Das war echt super, denn Elvis konnte frei rumlaufen und wir mussten nicht aufpassen. Wir versuchten immer wieder in zum Schwimmen zu animieren was aber vergeblich sein sollte. Immerhin war ich im Wasser. Nur als dann Kinder neben dem Weiher Böller zündeten wurde er mutig bzw. hatte er so Angst, dass die Flucht durchs Wasser als das einzig Richtige für ihn erschien. Ich musste hinterher um ihn im Wasser wieder einzusammeln. Von da an mussten wir gehen. Der kleine Angsthase war nicht mehr zu beruhigen. Wieder am Haus erzählte uns Ferdinand von einer Party am Abend in dem kleinen Haus am Weiher und wir waren natürlich dabei. Hin ging’s mit Ferdinands „Porsche“, einem antiken roten Traktor. Für Elvis natürlich spannend ohne Ende. In der Hütte dann erstmal die Familienpizza von Ferdinand weggegessen und Eierlikör getrunken. Elvis war mal wieder der bravste Hund der Welt. Nur einen älteren Feriengast konnte er nicht leiden und knurrte ihn immer wieder an. Als gegen Mitternacht Nadine noch die einzige Frau unter uns war packten wir zusammen und fuhren mit dem Porsche in eine Hütte direkt neben dem Hof. Dort ging es lustig weiter. Ferdinand teilte wieder Bier aus und erzählte uns, was man auf einem Ferienhof alles erleben kann. Von untreuen Russen über Mafiatreffen bis hin zu Angeboten für einen Sexfilm war alles dabei. Kurz bevor wir wieder ins Haus zurück wollten, hat es dann auch Elvis geschafft sich mal hinzulegen.

Das hat man dann am Morgen unserer Abfahrt auch gemerkt. Der arme Kerl hatte soviel Action die vergangene Woche, das er nur noch schlafen wollte. Erst als er merkte, dass wir zusammenpacken war er plötzlich wieder hell wach und ganz aufgeregt. Wir könnten ihn ja vergessen.

Insgesamt war es ein toller Urlaub in einem gepflegten Ferienhaus in genialer Umgebung. Die Besitzer sind super nett und gastfreundlich. Für das Wetter konnten sie ja nichts.


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