So wie es aussieht, bauen wir tatsächlich…

In dieser neuen Rubrik „Hausbau“ möchten wir Verwandte und Bekannte über den Verlauf unseres Bauvorhabens informieren, aber natürlich sind auch andere Besucher herzlich Willkommen.

Letztes Jahr im August kamen erste Überlegungen auf, ein Haus zu bauen. Damals war ich noch an meiner Master Arbeit und Nadine hat gerade ihre Zusage für eine Stelle in Eglofs bekommen. Da das Ende bei mir auch absehbar war und unsere Wohnung einfach zu klein, zu feucht und zu dunkel ist, war die Frage: „bauen, kaufen oder weiter mieten?“. Naja, bauen oder kaufen wäre natürlich schön, aber woher nehmen wenn nicht stehlen. Und so wuchsen die verschiedensten Ideen.

Meine Eltern besitzen ein Haus in Amtzell. Seit meine Schwester und ich ausgezogen sind, ist das Haus natürlich zu groß und fürs Alter wegen zu vieler Treppen eher unpraktisch. Außerdem sollten bald diverse größere Reparaturen durchgeführt werden wie z.B. Bad und Dach erneuern. Daher war die erste Idee, hier einen Anbau zu versuchen, damit meine Eltern auf eine Ebene kommen und wir den ersten Stock bekommen. Nach eingehenden Gesprächen mit unserem Architekten Josef Schnell kamen wir aber zu dem Schluss, dass das zu teuer wird. Außerdem ist das Grundstück dafür nicht groß genug.

Mein Patenonkel meinte dann kurzerhand, warum meine Eltern ihre Hütte nicht verkaufen und wir gemeinsam neu bauen. Zuerst gefiel das vor allem meinem Vater nicht, denn dort wo sie jetzt wohnen, haben sie eine wunderbare Bergsicht bis in die Schweiz. Doch je länger wir die Vor- und Nachteile besprachen, desto mehr überzeugten wir auch ihn.

Okay, nun musste zunächst ein Grundstück her. Ein wirklich schönes, großes und dafür auch noch günstiges Grundstück hatte unser Architekt anzubieten, leider kamen wir etwas spät weil bereits jemand Interesse daran angemeldet hatte. Hauptproblem an der Geschichte war, dass meine Eltern natürlich gerne in dem Ort bleiben wollten, in dem Sie seit ihrer Kindheit lebten. Nach langer Suche und diversen Besichtigungen meldete sich plötzlich unser Architekt, das Grundstück wäre wieder zu haben, da die Interessenten abgesprungen wären. Da der Bebauungsplan für dieses Grundstück jedoch sehr viele Einzelheiten vorgibt, mussten wir zunächst klären, ob wir dort überhaupt unser Traumhaus errichten können. Eine moderne Architektur sollte es sein, jedoch war uns auch klar, das unser Budget keine Villa zulässt. Da ich selber schon als Kind gerne Grundrisse gezeichnet habe, fing ich an mir was zu überlegen. Ich weiß, man soll Architekten nicht dazwischen funken, aber das konnte ich mir nicht nehmen lassen.

Nach über 30 Plänen sind wir über Monate hinweg langsam bei einem Plan angekommen, der alle Bedürfnisse befriedigt, groß genug aber nicht zu groß und auch noch fast Bebauungsplankonform ist. Bis dahin war jedoch ein langer Weg. Meine Eltern hatten zunächst hohe Ansprüche an die Größe der neuen Wohnung. Zwar verständlich wenn man ein Haus bisher sein eigen nennt. Wenn dieses jedoch 95 qm laut DIN Norm hat und die Wohnung dann auch wieder knapp 90 qm haben soll, das funktioniert nicht. Auch wir hätten es gern zwischenzeitlich etwas größer und moderner gehabt, aber bei uns waren vor allem das Budget und der Bebauungsplan zwei große Feinde. Wobei letzterer der schlimmere war.

Parallel wurde natürlich gleich die Finanzierung abgecheckt, ob wir uns das ganze überhaupt leisten können. Und scheinbar können wir. Natürlich alles grundsolide über eine Bank finanziert. Mittlerweile ist das ganze soweit, das wir am 08.06.2011 die Finanzierung unterschreiben und das Grundstück beim Notar kaufen werden. Nächste Woche wird das Baugesuch eingereicht und gestern haben wir begonnen, die Küche auszusuchen. Aber das ist auch eine längere Geschichte, die gibts beim nächsten mal. Was vor fast einem Jahr als Träumerei angefangen hat scheint nun Realität zu werden… denn so wie es aussieht, bauen wir tatsächlich ;-)

Abschließend hier noch Bilder des aktuellen Entwurfs, so wie er ins Baugesuch kommt:


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